The Secret Garden

Musikalische Häppchen mit unglaublicher Professionalität


Da behaupte noch einer, die Döbelner seien Theatermuffel: Restlos ausverkauft war der Musentempel, als sich am Sonnabend der Vorhang für "The Secret Garden" hob. Der Altersdurchschnitt der Besucher wird zweifellos jeden Theatermann neidisch gemacht haben. Als nach knapp drei Stunden dann die jüngste Musical-Produktion des Döbelner Jugendtheaters ihr Finale erlebt hatte, begann ein schier endloser Orkan aus Beifall und stehenden Ovationen. Keine Frage: Mit "The Secret Garden" hat der junge Verein erneut ein abendfüllendes Musical in unglaublicher Professionalität einstudiert und auf die Bühne gebracht.

Döbelner Allgemeine Zeitung; 18. Oktober 2004

Routinierte Laien, Kinderstars und ein ganz spezieller Charme


Jugendtheater brilliert mit der Premiere des Musicals "The Secret Garden"
Dass das Jugendtheater Döbeln gute Bühnenarbeit leistet, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Und deshalb waren die Erwartungen hoch, als am Samstag die neue Produktion, das Musical "The Secret Garden" Premiere feierte. Die Akteure auf und hinter der Bühne erfüllten sie voll und ganz.
Es war wohl nicht unbedingt der Titel des Musicals von Marsha Norman und Lucy Simon, der die Zuschauer in das sehr gut besuchte Theater lockte - das Stück ist hier zu Lande eher unbekannt. Doch die Geschichte um verwöhnte, einsame Kinder, verstockte Erwachsene, die den Verlust geliebter Menschen nicht überwinden können, Geister aus der Vergangenheit und den titelgebenden Garten, dessen Zauberkräfte zusammen mit der Lebensfreude eines Waisenmädchens für ein musicaltypisches Happyend sorgen, hat Potenzial. Und das schöpfen die Mitglieder des Jugendtheaters aus. Viele von ihnen mag man eigentlich gar nicht mehr als Laiendarsteller bezeichnen, weil sie schon in mehreren erfolgreichen Inszenierungen auf der Bühne standen, und ihnen die Erfahrung anzumerken war. Allerdings führte das nicht zu langweiliger Routine. Das Engagement der jungen Leute, die das Stück ausschließlich in ihrer Freizeit einstudiert haben, war auch bei der Premiere von "The Secret Garden" zu spüren. Die "Stars" dieser Aufführung waren die beiden Kinderdarsteller. Die 14-jährige Christin Rettig brillierte als Waisenkind Mary, das in der Erwachsenenwelt eines britischen Landsitzes zurechtkommen muss. Ebenso überzeugte der drei Jahre jüngere Benedikt Vatter in der Rolle des Colin, der unter dem Verlust seiner Mutter, der Ignoranz seines Vaters und einer schweren Krankheit leidet. Beide verkörpern jene Mischung aus konzentrierter Arbeit und jugendlicher Spontanität, die den speziellen Charme des Jugendtheaters ausmacht. Weil es Leichteres gibt, als Musical zu inszenieren, hatten sich die Nachwuchs-Theatermacher mit dem studierten Musicalsänger Jens-Uwe Richter einen Profi als Regisseur ins Boot geholt. Das war der Inszenierung positiv anzumerken, zumal Richter sein Konzept gut auf die kleine, nicht gerade musicalfreundliche Döbelner Bühne zugeschnitten hatte. Dass die Zuschauer "The Secret Garden"; mit stürmischen Beifall feierten, lag sicher auch daran, dass im Publikum viele Verwandte und Freunde der Schauspieler saßen. Doch jedes einzelne Jugendtheater-Mitglied hatte sich diesen frenetischen Beifall für eine brillante Aufführung voll und ganz verdieht.

Döbelner Anzeiger; 18. Oktober 2004